Sorbisches Requiem - kib bleiburg

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Sorbisches Requiem

Theatertage > 2014 Aufbrüche
Sorbisches Requiem

Literarisches Konzert mit Fotoprojektionen

Text Toni Bruk

Kontrabass und Komposition Stefan Thaler

E-Gitarre Martin Koller

Sprecher Miha Kristof

Fotos Matthias Bulang
Jürgen Matschie
Karl Vouk - Architekt und Maler
Konzept Michael Stöckl

Technik Martin Motschnik, Jurij Opetnik


Ausgangspunkt für diese Literaturvertonungist der Text ‚Mato Starik‘, ein Filmdrehbuch des sorbischen Filmemachers Toni Bruk aus Bautzen - Budyšin. Darin wirddas Schicksal einer sorbischen Familiethematisiert, deren Dorf und Haus auf Grund des erneut aufgenommenen Braunkohleabbaus dem Erdboden gleich gemacht werden sollen.‚Alternativlos‘ ist in diesem Zusammenhang eine jener Wortschöpfungen, welche die aktuelle deutsche Politik prägen. Und genau diese behauptete Alternativlosigkeit ist es auch, die den Protagonisten in seinen erbitterten Widerstand treibt.

Als Requiem, Sterbeamt,wird die Heilige Messe für Verstorbene bezeichnet. Der Begriff umfasst die Liturgie der Begräbnisfeier,sowie kirchenmusikalische Kompositionen für das Totengedenken. Bereits Karl-Markus Gauß beschreibt seine Eindrücke von einer Reise zu den Lausitzer Sorben in seinem Buch ‚Die sterbenden Europäer‘. In diesem Sinne erschien es uns folgerichtig, für unseren musikalischen Bedenkabend die Form des Requiems und als Aufführungsort dieBleiburger Stadtpfarrkirchezu wählen.

In seinem musikalischen Konzept nimmt der Unterkärntner Jazzmusiker Stefan Thaler die Motive des ProtagonistenMato Starik auf. Als Grundlageverwendet er sorbische Volks- und Klagelieder, aber auch markanteKlänge des Bergbaus. Gemeinsam mit dem Wiener Gitarristen Martin Koller entwirft er Klangbilder, die mit dem Text verschmelzen, der vom Berliner Schauspieler Stephan Wapenhans vorgetragen wird. Die Schönheit der Heidelandschaft und die Verwüstungen durch den Bergbau gehen unmittelbar ineinander über, aus fruchtbaren Feldern werden apokalyptische Industrielandschaften.EindringlicheFotos der sorbischen Fotografen Jürgen Matschie und Matthias Bulang, sowie des Malers und ArchitektenKarl Vouk, ergänzendie Musik und den Text.

Aus dem Zusammenwirken von Text, Musik und Fotoprojektionen entstehtschließlich ein dichtes Gewebe an Eindrücken und Empfindungen, die es ermöglichen, in die Gefühlswelt des Protagonisten einzutauchen und seiner Trauer nachzuspüren.

 

 

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