Lesung Hugo Ramnek - kib bleiburg

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Lesung Hugo Ramnek

Theatertage > 2012 Achtung ProvincA
Lesung Hugo Ramnek

Hugo Ramnek liest im Werner Berg Museum aus jener Erzählung, die er beim Wettlesen um den Bachmann-Preis 2012 vorstellt.
Dass der Text im Wieser Verlag herauskommen und mit Skizzen von Werner Berg versehen sein wird, lässt aber darauf schließen,
dass die Geschichte etwas mit dem Ort zu tun haben könnte, in dem er aufgewachsen ist ...

1960 geboren, studierte Anglistik und Germanistik in Wien und Dublin, besuchte die Schauspielschule Zürich lebt und arbeitet seit vielen Jahren als Schriftsteller, Gymnasiallehrer, Schauspieler und Theaterpädagoge in Zürich 

Rezension der Lesung von Hugo im Online-Standard am 05.07.2012

Die Fahrt eines Mädchens von der "slowenischen Seite" am Kettenkarussell steht im Mittelpunkt der Erzählung Ramneks.
Er, als Jugendlicher, beobachtet sie am Jahrmarkt, würde gerne mit ihr anbandeln.
Ramnek verwebt in die Erzählung die unsichtbaren Trennlinien, die zwischen der slowenischen und der deutschsprachigen Bevölkerung bestanden und macht sie sichtbar.
Seine Beschreibungen der Lustbarkeiten - von Autodrom bis zum Karussell - und des Umgangs der Jugendlichen beider Sprachen untereinander, freundschaftlich und konkurrierend zugleich, sind voll sprachlicher Wendungen und Metaphern.

Eine davon, die "Kellerechse" im Protagonisten, die als Symbol der sexuellen Erregung dient, sorgte bei den Juroren allerdings für teils scharfe Kritik. Zuviel davon, so der Tenor. Strigl konstatierte eine "literarische Grenzerfahrung" in mehrfachem Sinne. Der Autor setze die Bewegung des Jahrmarktes sehr gut in Sprache um. Das Symbolische sei aber eine Belastung für den Text. Es handle sich nicht nur um Rummel, sondern es sei Rummel, bemängelte etwa Jandl. Spinnen konstatierte: "Dieser Text kommt daher wie eine Marching Brass Band." Dies werde von den Juroren aber zur Seite gedrückt. Es könne, dürfe und müsse auch Texte geben, bei denen Fragen nach gesellschaftlichen und psychologischen Motiven nicht zentral seien. Keller verteidigte "ihren" Autor, der Text habe einen großen Atem, er sei auch wunderbar vorgetragen worden.

 

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