Die Rede an den kleinen Mann - kib bleiburg

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Die Rede an den kleinen Mann

Theatertage > 2010 Theater im Sudhaus
DIE REDE AN DEN KLEINEN MANN

von Wilhelm Reich

Inszenierung: Michael Stöckl

Hauptdarsteller: Hermann Enzi, Reinhard Wulz und Michael Stöckl
weiters: Thomas Kail, Alexander Pikalo, Iris Semprimoschnig, Gerhild Stöckl, Gottfried Stöckl und Paul Stöckl

Musik: Arthur Ottowitz
Eine szenische Rezitation für drei Personen

Grundlage für diese Theaterproduktion ist der Originaltext aus dem Buch „Listen little man“ aus dem Jahre 1946.

Die Rede, die als Prosatext wie ein Gespräch mit sich selbst wirkt, wurde für diese Theaterversion auf drei Sprecher aufgeteilt und ihr Umfang durch Weglassung einzelner Textteile reduziert. Darüber hinaus wurde am Text keinerlei Änderung vorgenommen, sodass der Geist und der Klang der Zeit in ihm spürbar bleiben können.

Die szenische Gestaltung zielt auf eine sehr reduzierte Darstellung ab, ihr oberstes Ziel besteht darin, die Aussagen der Rede, die Lebensgeschichte, die Erfahrungen und Erkenntnisse des Menschen Wilhelm Reich, die er als Arzt, Wissenschafter und Flüchtling gemacht hat, zu vermitteln. Die Aktualität des Textes, der bereits vor 64 Jahren verfasst wurde, ist in Hinblick auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen höchst erstaunlich.

Die Akteure wechseln im Stück ihre Rollen von Szene zu Szene. Die drei Rollen stehen für drei innerpersonale Ebenen, die in jedem Menschen angelegt sind: Zum einen der schöpferische Forscher und Helfer, zum zweiten der Starke und Mächtige, und zum dritten der kleine Mensch, der sich ausgeliefert fühlt und sich in seine Ohmacht flüchtet.

Wilhelm Reich selbst schreibt im Vorwort zu seinem Buch unter anderem: „Die 'Rede an den kleinen Mann' ist ein menschliches und kein wissenschaftliches Dokument. Es wurde abgefasst ohne die Absicht, es je zu publizieren. Es war das Ergebnis der inneren Stürme eines Naturforschers und Arztes, der jahrzehntelang zunächst mit Naivität, dann mit Staunen und schließlich mit Entsetzen erlebte, was der kleine Mann aus dem Volke sich selbst antut; wie er leidet, rebelliert, seine Feinde verehrt und seine Freunde mordet; wie er, wo immer er als 'Volksvertreter' Macht in seine Hände bekommt, sie missbraucht und grausamer gestaltet als die Macht, die er seitens einzelner Sadisten der oberen Klassen zu erleiden hatte.“ 

 

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